Tye Trujillo: Seht den 12-jährigen Sohn vom Metallica-Bassisten live am Bass mit Korn

Freunde, viele mögen die Nachricht für einen verspäteten Aprilscherz gehalten haben, aber vor kurzem haben Korn angekündigt, dass sie Tye Trujillo mit auf Tour nehmen. Tye ersetzt Reginald „Fieldy“ Arvizu, da dieser bei den Gigs in Südamerika leider nicht dabei sein kann. Das Besondere dabei ist, dass Tye erst 12 Jahre alt ist und der Sohn von Robert Trujillo, der bekanntlich den Bass bei Metallica zupft. Die folgenden Clips wurden in Bogota, Kolumbien aufgenommen und zeigen Tye Backstage mit seinem Vater bei den Vorbereitungen und anschliessend auf der Bühne.

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Korn - Drums & Bass solo Ray Luzier ft Tye Trujillo Live Bogota 2017 04 17
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Apertura: Right Now + Here To Stay - Korn @ Bogotá 2017
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Somebody Someone, público canta coro - Korn @ Bogotá 2017

Philip Sayce breathes new Life into Blues-Rock

Clapton, Page, Hendrix… Philip Sayce. Der junge Gitarrist belebt den etwas angestaubten Blues-Rock. Philip Sayce aus Kanada ist mit seinem kernigen Bluesrock eine Klasse für sich und am Samstag, den 8. April bewies er uns sein eindrückliches Talent sowohl auf der Gitarre wie auch als Sänger im Wood Stock Guitares in Ensisheim. In genialer Weise versieht er erdigen Blues mit Rock und einer Prise Psychedelic. Seine Gigs versetzen die älteren Zuschauer zurück in die guten, alten Woodstock-Zeiten und seine unbekümmerte Art gepaart mit der an Lenny Kravitz erinnernden Stimme überzeugt selbst die jüngere Generation.

Der in Wales geborene und in Toronto aufgewachsene Songwriter, Sänger und Gitarrist Philip Sayce ist das, was man gemeinhin als „Wunderkind“ bezeichnen kann. Durch seinen Vater, der bekennender Eric Clapton-Fan war, lernte er die Liebe zur Musik kennen. Philip interessierte sich mehr und mehr auch für die anderen grossen Gitarrenvirtuosen wie Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan. Im jungen Teeniealter bespielte Sayce bereits in diversen Clubs in Toronto, bis er im zarten Alter von 17 Jahren auf den Kanadier Jeff Healey traf, welcher ihn als Gitarrist für seine kommende Tour verpflichtete. Dort verdiente er sich in den folgenden knapp 4 Jahren seine ersten Sporen. Unkle Kracker und Melissa Etheridge waren sodann weitere Stationen seiner musikalischen Laufbahn.

Wenn der heute in Los Angeles lebende Philip Sayce mit seiner Gitarre die Bühne betritt, erinnert er an einen Popstar aus dem Bilderbuch: Jung, gut aussehend und musikalisch. Doch ihn nur darauf zu reduzieren, wäre allerdings ein ziemlich grosser Fehler. Denn Philip Sayce steht für viel mehr. Er singt wie Lenny Kravitz und spielt Gitarre wie Jimi Hendrix. Am Samstag den 8. April lud Philip zum Konzert und die Leute strömten, zwar nicht gerade in Scharen, aber immerhin ins kleine Wood Stock Guitares in Ensisheim und erstaunlicherweise fand sich relativ viel Jungvolk ein. Will sagen, gut ein Viertel der Belegschaft rekrutierte sich aus Mädels und Jungs, die offensichtlich unter 30 waren. Insofern spielte das Sayce Trio quasi für zwei Generationen, denn die restlichen Blues-Rock Liebhaber waren diejenigen, die irgendwo zwischen 45 und 60 zu verorten waren.

Bereits ab den ersten Sekunden wird man vom rohen und kraftvollen Sound förmlich an die Wand gedrückt. Das Trio wirkte sehr gut aufeinander abgestimmt, der Sound in der Halle war angemessen laut und erfreulicherweise recht transparent, so dass man ein tolles Konzert miterleben durfte. Sayce, bei dem schon nach dem zweiten Stück der Schweiss in Strömen lief, hatte das Publikum relativ schnell im Griff, animierte locker und leicht zum Mitklatschen und Mitsingen, beeindruckte mit rasend schnellen Soli auf seiner abgeschabten Gallagher-Strat und liess keinen Zweifel daran aufkommen, mit ihm einen der absolut besseren Sänger im Blues-Rock-Genre zu bestaunen. Und mit welch einer unwiderstehlichen Dreistigkeit der „Jungspund“ hier seine Gitarre erklingen lässt und dem Publikum mit seiner Klampfe den Scheitel zieht ist einfach nur atemberaubend. Grooviger Funk-Rock den Lenny Kravitz seit 15 Jahren ankündigt, aber wohl nie wieder abliefern wird.

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Philip Sayce à Woodstock guitares

Hier bleibt niemand ruhig und wer sich von dieser Musik nicht mitreissen lässt, muss wohl taub sein. Was für eine Power, was für eine Leidenschaft, was für geniale Songs! Was Philip Sayce an diesem Abend an ambitioniertem, kraftvollem Power-Bluesrock serviert, muss einfach jedem Musikliebhaber Bewunderung abringen. Die rohe Energie, die hier freigesetzt wird überträgt sich sofort auf das Publikum. Seine Qualitäten als Songwriter, Sänger und Gitarrist und insbesondere seine unbändige Leidenschaft machen jeden einzelnen Song zu einem Genuss. Die beteiligten Musiker stehen dem spielerischen Genie ihres Leaders im übrigen in nichts nach. Sayce umgarnt sein Publikum durch leidenschaftliches, energiegeladenes und feuriges Spiel, schenkt der Menge die eine oder andere sympatisch kumpelhafte Ansprache, lächelt den Mädels im Publikum mit seinen braunen Augen zu und betört die Jungs und Männer mit seinem wilden Spiel und seinen kleinen aberwitzigen Kunststückchen am Griffbrett. Wer am Samstagabend im Wood Stock Guitares, wie ich, zum ersten Mal ein Philip Sayce Konzert erlebt haben sollte, wird sich höchstwahrscheinlich wohl eines auf die Fahnen schreiben: Wenn dieser Sayce mal wieder auf Tour geht, darf ich das nicht verpassen! Sayce bläst einem den Feinstaub aus den Ohren!

Philip Sayce breathes new Life into Blues-Rock
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DevilDriver: Live at Wacken Open Air 2016 – Full Show

2016 brachten DevilDriver Wacken zum Beben und genau diesen Auftritt am Wacken Open Air-Festival gibts jetzt in voller Länge online. Bei dem rund einstündigen Auftritt der Band aus Santa Barbara wurden folgende Song gespielt:

End Of The Line
Dead To Rights
These Fighting Words
Not All Who Wander Are Lost
Pure Sincerity
Daybreak
I Could Care Less
Nothing’s Wrong
My Night Sky
Sail
Before The Hangman’s Noose
Clouds Over California
Ruthless
Meet The Wretched

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DevilDriver - Full Show - Live at Wacken Open Air 2016

Megadeth: Die Grammy Gewinner kommen im August nach Zürich

Am 17. August 2017 kommen Dave und seine Mannen für eine exklusive Show nach Zürich. Leider treten sie in der schlechtesten Location der Schweiz auf, im Komplex 457!

Eine schlechtere Location bietet sich in der Schweiz wohl kaum an. Absolut die mieseste Akustik, die ich je gehört habe, unorganisierte, dilettantische Security und ein zum einschlafen lahmes Barpersonal. Nach 2 Stunden Konzert sind die ganzen Wände und Böden meist Klatschnass und auch der Raucherraum ist der Horror. Die Lüftung ist so schlecht das man die Hand kaum noch vor Augen sieht. Über das alles könnte man ja noch hinwegsehen, wäre da nicht die schlechte Klangqualität in dieser Halle. Und zur Krönung werden immer viel zu viele Leute reingelassen. Ich bin mir grössere Menschenmengen bei ausverkauften Konzerten ja gewohnt, aber wenn man den Saal kaum mehr betreten kann, weil man schon bei der Tür vor eine schier undurchdringliche Wand aus Menschen steht, hört der Spass auf! Nie wieder! Schade, aber so sind mir Megadeth leider die knapp 80 Franken nicht wert. Wer sich dies trotzdem antun möchte, findet ab morgen die Tickets im Vorverkauf…

Das beste Bruce Springsteen Selfie ever

Jessica Bloom hat auf einem Springsteen-Konzert in Sydney ein Selfie geschossen…

…und dann kam /u/kritof mit diesem Shot: „Just noticed I took a picture of the moment that girl took a selfie with Bruce Springsteen.

Wenn man sich jetzt die Haltungen der Personen auf den Fotos vergleicht, inklusive der Tante, die ihren Kopf verdreht oder die Dame, die mit dem Finger in ihre Richtung zeigt und dem Typ im hellblauen Hemd, der nach links schaut und dem Mann im schwarzen Shirt direkt vor Bruce, der nach rechts schaut. Stellt man fest, dass es sich um exakt den gleichen Zeitpunkt handelt, an dem die Fotos unabhängig voneinander geschossen wurden. Grossartig!

ARVE Fehler:
Thats all folks! - Video not available

Metallica: Whiplash Live aus Shanghai 2017

Ich weiss nicht, wie lange ich schon den Song Live nicht mehr gehört habe? Auf alle Fälle haben Metallica den Live-Clip ihres Songs „Whiplash“, den sie am 15. Januar in Shanghai, China spielten, online veröffentlicht. Und irgendwie werde ich beim Betrachten des Videos das Gefühl nicht los, dass James Hetfield, Kirk Hammett,Robert Trujillo und Lars Ulrich nicht nur grau, sondern auch ein bisschen müde geworden sind… ;)

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Metallica: Whiplash (MetOnTour - Shanghai, China - 2017)

Typ verschläft Doom Metal-Show auf der Bühne

Die langsam-schleppenden Grooves und das generell eher gemässigte Tempo im Doom Metal ist bekanntermassen nicht jedermanns Sache. Ob man deshalb allerdings gleich einschlafen muss? Einem jungen Herren ist genau das bei einem Konzert der Doom-Formation „Fórn“ am 30. Dezember 2016 passiert. Wie man in folgendem Video sehen kann, verschläft der Besucher im roten Longsleeve seelenruhig die gesamten Show, während die Band um ihn herum performt. Auch die Band teilte den Clip auf Facebook und kommentierte süffisant: „Anscheinend ist 3 Uhr morgens für einige Leute zu spät, wie der Typ, der auf der Bühne eingeschlafen ist – was irgendwie niemand von uns mitbekommen hat. Kann jemand überprüfen, dass er nicht tot ist?“ Die Entwarnung folgt wenig später in den Kommentaren, der Bühnen-Schläfer gibt sich zu erkennen und betont: „Das was ich gehört habe, hat mir sehr gut gefallen!“…

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FÓRN live Dec. 30th, 2016 (FULL SET)

Phosphoreszierende Zeltschnüre

Wer kennt das nicht? Da läuft man mal leicht angetrunken über ein Festival-Gelände und sucht des nächtens sein verdammtes Zelt, was vor ein paar Stunden, noch bei Taglicht genau hier auf der Wiese gestanden hat. – und man kann die nächtliche Bleibe einfach nicht finden. Jetzt steht da nicht nur das eigene Zelt und die drei vom Vorabend, sondern weitere 358 Zelte drumherum. Es ist dunkel und man sieht nichts mehr – und PÄNG, fällt man über irgendeine Zeltschnur eines fremden Zeltes und landet auf irgendwelchen Menschen, die im inneren gerade ihren wohlverdienten Festivalbeischlaf tätigen… Doch dem Problem kann Abhilfe geschaffen werden, dann jetzt gibt es phosphoreszierende Zeltschnüre! Diese helfen zwar nicht, dass man sein Zelt besser finden kann, aber zumindest fliegt man nicht mehr über Schnüre und stört so auch niemanden beim verdienten Beischlaf…

Phosphoreszierende Zeltschnüre
Phosphoreszierende Zeltschnüre
Phosphoreszierende Zeltschnüre

Guns N‘ Roses Not In This Lifetime Tour 2017 in Zürich

Guns N' Roses Not In This Lifetime Tour 2017 in Zürich

Guns N‘ Roses formerly know als die gefährlichste Band der Welt kommen in 2017 für ein Konzert in die Schweiz und zwar mit den wiedervereinten Ur-Mitgliedern Axl Rose, Slash und Duff McKagan. AC/DC wurden als Support bisher übrigens nicht bestätigt. Die wiederauferstandenen Guns N‘ Roses stürmen nach ihrem massiven Erfolg in Nord- und Südamerika jetzt Europa. Die „Not In This Lifetime“-Tour der legendären Rockformation macht im Juni/Juli u.a. in Zürich (07.06.), München (13.06.), Hannover (22.06.) und Wien (10.07.) Station. Die Fans in Zürich dürfen sich freuen, der Presale für das Konzert startet am Mittwoch, den 7. Dezember 2016 um 10 Uhr für friends&members und die Normalsterblichen können sich ab Freitag, den 9. Dezember 2016 ab 10.00 Uhr die Tickets ordern.

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The Cure 2016 in Basel: Ein Konzert mit Gänsehautfeeling

Seit mehr als 20 Jahren die Helden in den traurigsten Stunden und die Urväter der Gothicszene sind zurück. Über 40 Jahre hat es gedauert bis zum ersten Cure-Konzert in Basel und das Warten hat sich gelohnt. „The Cure“ live sind nicht einfach ein Konzert, „The Cure“ live sind ein Ereignis und die Briten um Sänger Robert Smith verwöhnten das Publikum mit 27 Songs von Dark Wave über Indierock bis Pop. Der Sound von „The Cure“ war und ist eine Definition für sich und die Band gab bei ihrem Konzert in der Basler St. Jakobshalle wirklich alles, standen die Musiker doch fast drei Stunden auf der Bühne, um die Fans restlos glücklich wieder heimkehren zu lassen. So schön kann traurig sein!

The Cure 2016 in Basel: Ein Konzert mit Gänsehautfeeling

Um 19 Uhr war Einlass in die St. Jakobshalle in Basel und meine Begeisterung hält sich bei dieser Location immer enorm zurück, weil sie klanglich bisher einfach nie wirklich der Rede Wert war und mir generell grosse Arenen nicht wirklich gefallen. Ich mag es einfach lieber etwas intimer und vor allem ist mir auch das klangliche Erlebnis sehr wichtig. So wurde es auch Zig-Tausend Musikfans am Freitagabend klar, das die St. Jakobshalle umgebaut wird, als sie für das Cure-Konzert einen Umweg einschlagen müssen, vorbei an Absperrgittern und Holzverschlägen. Im Innern erwarten sie zwar neue Toilettenanlagen, die Halle selbst erinnert aber immer noch stark an jene Dekade, in der die meisten erstmals mit „The Cure“ in Berührung kamen. Wie auch immer, um 19.30 Uhr stand die Vorgruppe „The Twilight Sad“ auf der Bühne und die ersten Töne erklangen.

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The Cure Basel

Die Vorband passte gut zu „The Cure“, der Sänger von „The Twilight Sad“ aus Glasgow sah nicht nur aus wie Ian Curtis von Joy Divison, sondern bewegte sich auch so. Eine sympathische Band, die sich gefreut hat, wie sie selbst sagten, dass schon so viele Leute so früh dort waren. Sie gaben ein sehr gefühlvolles Konzert, das etwas Melancholie in der Halle versprühte. Trotzdem schienen einige Konzertbesucher nicht ganz so begeistert, viele hielten sich noch weit entfernt von der Bühne auf und generell war das Publikum noch sehr ruhig. Musikalisch, klanglich und gesanglich sind „The Twilight Sad“ top. Der erste Song „Reflection Of The Television“ kommt live fantastisch. Ich hatte zuvor von den vier Glasgowern noch nie etwas gehört, dabei haben sie seit 2006 schon vier Alben und sechs EP’s veröffentlicht. Diese schottische Mundart gefällt mir eh ganz gut und die Jungs spielten ganze sieben Songs und konnten musikalisch mit gefühlvoller Musik und gutem, düsteren Sound überzeugen.

Setlist „The Twilight Sad“:

  1. Reflection of the Television
  2. Last January
  3. I Could Give You All That You Don’t Want
  4. Seven Years of Letters
  5. It Never Was the Same
  6. There’s a Girl in the Corner
  7. And She Would Darken the Memory

The Cure 2016 in Basel: Ein Konzert mit Gänsehautfeeling

Um 20:15 Uhr war es dann endlich soweit. Die fünf Musiker von „The Cure“ betraten die Bühne, Robert Smith wirkte wie zu erwarten war etwas verschüchtert und legte einfach los ohne sich seine Fans in der ausverkauften Halle grossartig anzusehen. Die Zeilen aus dem ersten Song des Abends, „Open“, könnte man glatt unterschreiben, wenn man sich nur auf die Akustik konzentrieren würde. Leider fällt sofort der zwar lautere, aber dadurch leider auch bescheidenere Sound auf. Glücklicherweise konnte man die einzelnen Instrumente gut heraushören, aber der Sound klingt gesättigt, ein Phänomen, das ich immer wieder erlebe. Auf Kosten der Reinheit des Klanges massiv aufgedrehte Lautstärke, da gefielen mir die Schotten vorab besser. Woran es liegt, dass es wummert, ist schwer zu sagen: Akustik? Technik? Mischmensch? Schade. Die Euphorie wird bei diesem ersten Schweizer Hallenkonzert von „The Cure“ seit 2008 nur aus Gründen der Klangqualität gedämpft. Was das Quintett aber auf der Bühne spielte, war umwerfend und mündete bereits nach wenigen Minuten in den ersten Höhepunkten. Wer hätte gedacht, dass uns die Band „The Walk“, „In Between Days“ oder „Boys Don’t Cry“ schon so früh präsentiert? Robert Smith, den wir in der Vergangenheit auch schon als sperrigen Hitverweigerer erleben dürften, spielte sich mit seinen vier Begleitern bald durch die ersten grossen Klassiker und verbreitet so richtig gute Laune.

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The CURE @Basel

Alles sehr schön gespielt und Roberts Stimme klingt noch immer super. Der 57-Jährige ist gesanglich in bestechender Form, variiert cool in den Tonlagen und weicht auch mal von den Originallinien ab. Seine signifikante Stimme hält auch tatsächlich zweieinhalb Stunden lang ohne Abstriche durch. Dass die Briten so bekannte Nummern schon so früh brachten, zeigt auch, aus welch reichem Fundus sie schöpfen können. Ihre Lust auf Abwechslung zeichnet sie auf dieser Tour aus. So schüttelt das Quintett Abend für Abend die Tour-Setliste durch, um sich und das Publikum zu überraschen. Bassist Simon Gallup, 56, trägt heuer eine überdimensionierte Elvis-Tolle und Iron-Maiden-T-Shirt und spielte bevorzugterweise auf den Monitorboxen. Als einziger lotet Gallup die Bühnenbreite aus, spurtet auf Speed, als Kontrast zum stoischen Keyboarder. Der Rest der Band trägt schlichtes schwarz und ihr Alter gut. So auch die Cure-Fans aus den 80ern und 90ern, aber es waren auch überraschend viele ganz junge Menschen da, auch meist schwarz gekleidet. Zur Feier des Tages hatten reichlich viele Männer mittleren Alters Kajal- und roten Lippenstift von ihren Töchtern geborgt und sich die Haare mit Haarspray und Föhn aufgestellt. Die Begeisterung im Publikum ist gross. Im Unterschied zu früheren Konzerten erblickt man nur noch wenige Robert-Smith-Lookalikes. Wir werden alle älter und nicht zwingend behaarter.

The Cure 2016 in Basel: Ein Konzert mit Gänsehautfeeling

Da „The Cure“ keine aktuelle Platte bewerben, fehlt ihren Gigs vielleicht ein wenig der erzählerische Rahmen, den ihre Konzertreisen einst prägten. Die Stimmung der jeweiligen Werke übertrug sich einst auf die Setlists, die ausgezeichnet waren von der Mehrheit beflügelter oder sich in Angst vor dem Alter windender Songs. Die Lightshow ist ein wahrer Augenschmaus, üppig und perfekt auf die Musik abgestimmt und auf den LED-Panels hinter der Band gab es ab und zu Live-Kamera-Einblendungen mit Unendlichkeitseffekt. Nach 15 Songs und knapp 90 Minuten Laufzeit war das reguläre Set erstmals zu Ende – und dennoch hatte man erst die Halbzeit erreicht, da noch drei massive Zugabenblöcke folgen sollten. Vor allem der erste Block konnte mit dem grossartigen „Burn“ vom „The Crow“ Soundtrack sowie „A Forest“ überzeugen, was wieder für mächtig Begeisterung sorgte. Die Band hat auf alle Fälle einen gelungenen Querschnitt ihres Schaffens dargeboten. Variantenreich sind Robert Smith‘ Melodien, nur „Charlotte Sometimes“ und „Disintegration“ fehlten. Der dritte Zugabeblock wird zur Party! Auf „Friday I’m in Love“, „Hot Hot Hot!!!“ und „Close To Me“ folgte der hüpfende Uptempo-Heuler „Why Can’t I Be You“ und bildete den Schlusspunkt dieses Abends.

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The Cure Bâle Basel st jakobhalle 04-11-2016 first encore want burn a forest

„The Cure“ live sind nicht einfach ein Konzert, „The Cure“ live sind ein Ereignis! Und es war in der Tat ein grandioses Ereignis einer famosen Band, die auch 2016 vollkommen zu überzeugen vermag. Schade war einzig der Opener, ein gutes Lied sicherlich, nur die Akustik, die war leider unterirdisch schlecht. Trotz des etwas behäbigen Starts konnten „The Cure“ wohl die meisten ihrer Anhänger begeistern, auch wenn nicht alle die kompletten drei Stunden durchgehalten haben und für viele noch eine weitere Stunde in der Schlange an der Garderobe folgen sollte. Zu Bedauern gibt es nichts – oder vielleicht höchstens die Tatsache, dass „The Cure“ bei ihren Konzerten in Italien sogar noch fünf Songs draufpackten und drei Stunden lang spielten. Und trotzdem gab es alle Hits, aber war trotzdem kein anbiedernder Greatest-Hits-Abend. „The Cure“ begeisterten die Fans in der ausverkauften St. Jakobshalle in Basel. Eine umwerfende Band, mitreissende Songs und zweieinhalb Stunden ausgelassene Melancholie, von einem hervorragend gelaunten Robert Smith und Kollegen in Bestform genussvoll zelebriert. Ein gelungener Konzertabend, der mit grossen Gefühlen begonnen hat und auch mit einem Gänsehautfeeling beendet wurde. Hätte nicht besser sein können.

The Cure 2016 in Basel: Ein Konzert mit Gänsehautfeeling

Setlist The Cure:

  1. Open
  2. A Night Like This
  3. The Walk
  4. Push
  5. In Between Days
  6. Boys Don’t Cry
  7. Pictures of You
  8. High
  9. Lovesong
  10. Just Like Heaven
  11. Trust
  12. From the Edge of the Deep Green Sea
  13. alt.end
  14. One Hundred Years
  15. End
  16. Encore:

  17. Want
  18. Burn
  19. A Forest
  20. Encore 2:

  21. Shake Dog Shake
  22. Fascination Street
  23. Never Enough
  24. Wrong Number
  25. Encore 3:

  26. Lullaby
  27. Friday I’m in Love
  28. Hot Hot Hot!!!
  29. Close to Me
  30. Why Can’t I Be You?
The Cure 2016 in Basel: Ein Konzert mit Gänsehautfeeling
9.8 Total
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Atmosphäre10
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Akustik9.5
Sichtverhältnisse10
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Metallica: „All Angle“-Video vom Auftritt in Minneapolis

Am 20. August sind Metallicas im U.S. Bank Stadium in Minneapolis, Minnesota aufgetreten und davon gibt es folgendes „All Angle“-Video. Zu sehen sind neben den Vorbereitungen in der Halle und Backstage-Treffen von Band und Fans, auch Ausschnitte von Metallicas Auftritt, inklusive der Performance von „Sad But True“…

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Metallica: Minneapolis 2016 Recap (Sad But True - Live)

Studie beweist, was wir schon lange wussten: Regelmässige Konzertbesuche machen glücklich

Für die Studie haben Forscher an der Victoria Deakin University in Australien insgesamt 1000 Australier befragt. Dabei fanden sie heraus, dass diejenigen Menschen, die jegliche Art von gemeinsamen Musikerlebnis besuchen, von einer höheren Zufriedenheit mit ihrem Leben berichten. Die Studie fand auch heraus, dass der gemeinsame Aspekt der wichtige Teil sei. Regelmässig Musik alleine hören macht nicht so glücklich, wie gemeinsam mit Freunden auf ein Konzert zu gehen. Endlich haben wir das, was wir schon lange wussten, von der Wissenschaft bestätigt bekommen. Auf welches Konzert geht ihr als nächstes?

Konzert Review: Depeche Mode im Stade de Suisse

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